Zur sozialen Lage von Kindern und Jugendlichen in Marzahn-Hellersdorf
– Ein Beitrag zur integrierten Sozialberichterstattung

Studie zur sozialen Lage von Kindern und Jugendlichen in Marzahn-Hellersdorf

Rainer Ferchland, Wilfried Barthel, Ursula Schröter, Renate Ullrich

Herausgeber: kommunalpolitisches forum e.V. (berlin)

Thesen | Broschüre

 

Ein geflügeltes Wort lautet: »Kinder sind unsere Zukunft«. Unsere? Wir ( ! ) tragen eine hohe Verantwortung, dass den Kindern eine gute Zukunft offensteht! In Deutschland sind bekanntlich – abhängig von Herkunft und Wohnort – die Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche sehr ungleich verteilt.
Wie steht es damit in unserem Bezirk Marzahn-Hellersdorf? Und was können/müssen wir tun, um kinder- und jugendfreundlichere örtliche Rahmenbedingungen zu gestalten?
Beide Fragen sind nicht mit einer einzigen Studie befriedigend zu beantworten. Von dieser Analyse sollten jedoch wichtige Impulse aufgenommen werden:

  • Erstens haben wir uns mit den Ergebnissen der Untersuchung kritisch auseinanderzusetzen und uns dabei auch den unbequemen und unerfreulichen Aussagen zu stellen. Das heißt, uns in einem öffentlichen Diskussionsprozess und natürlich in den verantwortlichen Gremien über die Entwicklungsbedingungen und -erfordernisse der jungen Generation in Marzahn-Hellersdorf konstruktiv, auch streitbar zu verständigen, Fragen nach Wertungen, Ursachen, Handlungserfordernissen und -möglichkeiten zu beantworten.
  • Zweitens geht es um die Frage, wie im Bezirk und mit bezirkseigenen Kräften die soziale Lage von Kindern und Jugendlichen kontinuierlich beobachtet und beurteilt werden kann.

Die Autor/innen der Studie stützten ihre Untersuchungen auf amtliche Daten und Dokumente, um zu zeigen, dass die empirische Basis für derartige Vorhaben permanent zur Verfügung steht.
Die Studie unternimmt den Versuch der Integration verschiedener Komponenten der sozialen Lage wie zum Beispiel Gesundheit, Bildung, Wohnen. Dabei handelt es sich um Themen, die nach unserer Verwaltungsstruktur unterschiedlichen Fachabteilungen zugeordnet sind. Wie kann mit diesen Voraussetzungen eine integrierte, also ressortübergreifende, ressortverbindende Sozialberichterstattung etabliert werden? Indem erstens eine gemeinsame, ressortübergreifende Aufgabe zum Ausgangspunkt genommen wird, zum Beispiel mehr Kinder- und Jugendfreundlichkeit; indem zweitens jedes Ressort seinen abrechenbaren und berichtsfähigen Beitrag zur Lösung dieser Aufgabe formuliert, drittens jedes Ressort über die Entwicklung der für den Bereich relevanten Lebensbedingungen Bericht erstattet (Maßstab Schlüsselindikatoren) und, darauf aufbauend, viertens ein integrativer Bericht über die Gesamtentwicklung erarbeitet wird. Dabei könnte die Arbeitsgruppe Sozialberichterstattung in eine neue, verantwortungsvollere Rolle wachsen.
Sozialberichterstattung fungiert nicht als Selbstzweck, wenn ihre Ergebnisse die soziale Wirksamkeit der kommunalpolitischen Arbeit verbessern und den Informationsgrad und die Beteiligungsbereitschaft der Öffentlichkeit erhöhen. Das Wohl der Kinder und Jugendlichen ist ein höchst wichtiges und animierendes Thema für die Integration von Aktion und Analyse.

Dagmar Pohle
Bezirksbürgermeisterin Berlin Marzahn-Hellersdorf

 
 

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