Mit präventiven Angeboten Familien stärken.
Das Lichtenberger PAZI-Projekt

12. September, 17.00 - 20.00 Uhr

Tagungsort: Abgeordnetenhaus von Berlin (Raum 311)
Niederkirchnerstraße 5, 10111 Berlin

Einladung als PDF

 

Im Bereich der erzieherischen Hilfen haben in den vergangenen Jahren in den Berliner Bezirken umfangreiche Veränderungen stattgefunden. Vorausgegangen waren erhebliche Kürzungsvorgaben in diesem Bereich, die durch die Haushaltsnotlage des Landes begründet waren. Die kommunalen und freien Träger der Jugendhilfe intensivierten daraufhin ihren Dialog über die Ursachen der enormen Kostensteigerungen der Vorjahre sowie die Wirksamkeit des Mitteleinsatzes. Eine fachliche Umsteuerung fand statt. In der Folge sanken die Aufwendungen für Hilfen zur Erziehung von ca. 452 Mio. € im Jahre 2002 auf ca. 319 Mio. € im Jahre 2006. Be-gleitet wurde dieser Prozess von vielen jugend- und finanzpolitischen Debatten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie trotz des enor-men finanziellen Drucks die Ansprüche junger Menschen und ihrer Familien auf Leistungen nach dem Kinder- und Jugendhilfege-setz stets erfüllt und notwendige Hilfen in jedem Fall gewährleistet werden können. Es wurde auch erörtert, wie durch verstärkte Angebote der allgemeinen Förderung und Prävention bereits im Vorfeld erzieherischer Hilfen Problemlagen junger Menschen früher und schneller erkannt und geholfen werden kann - zum einen um frühzeitig Konflikte und deren Eskalation im Interesse der Betroffe-nen zu vermeiden und zum anderen, um Kosten zu sparen. Doch gerade das vermeintlich Logische erweist sich als problematisch. Obwohl unstrittig ist, dass Förderung und Prävention wesentlich kostengünstiger sind als teure Hilfen, stehen in den Bezirken auch als Konsequenz der Haushaltskürzungen dafür immer weniger Mittel zur Verfügung.

Auch im Bezirk Lichtenberg hat man sich mit dieser Frage intensiv auseinander gesetzt. Im Ergebnis vieler Diskussionen wurde das Projekt PAZI ins Leben gerufen. PAZI steht für „Präventive Angebote zur Integration junger Menschen und ihrer Familien im Vorfeld von Hilfen zur Erziehung“. „Die Idee hinter PAZI“, so Lichtenbergs Jugendstadtrat Michael Räßler-Wolff, „ist der Anspruch des Ju-gendamtes, Bedarfe frühzeitig zu erkennen und schnell und unkonventionell Abhilfe zu schaffen.“ Die in Zusammenarbeit mit freien Trägern in Lichtenberger Sozialräumen realisierten Projekte umfassen eine große Angebotsvielfalt. 2006 wurden dafür eine halbe Million Euro aus dem T-Teil des bezirklichen Haushalts ausgegeben. Für das erste Halbjahr 2007 standen eine viertel Million Euro bereit. PAZI gibt es nunmehr seit zwei Jahren im Bezirk. Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen. Gerade im Kontext der Etatberatungen für die Jahre 2008 und 2009 ist es Anliegen des kommunalpolitischen forums e.V., PAZI im Rahmen einer fachpolitischen Veranstaltung vorzustellen und die Ergebnisse zweijähriger Projektarbeit zu diskutieren. Wir laden Sie zu dieser Diskussion, für die wir kompetente Expertinnen und Experten gewinnen konnten, sehr herzlich ein und hoffen auf eine anregende Debatte.

Als Sachverständige und GesprächspartnerInnen stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Ute Schönherr, Referatsleiterin für Erziehungshilfen/Verträge, Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung
  • Michael Räßler-Wolff, Bezirksamt Lichtenberg, Bezirksstadtrat für Familie, Jugend und Gesundheit
  • Rainer-Maria Fritsch, Jugendamtsdirektor im Bezirk Lichtenberg
  • Prof. Dr. Monika Willenbring, Katholische Fachhochschule für Sozialwesen
  • Regina Lux-Hahn, Caritasverband Regionalleitung Berlin Süd-Ost
  • Beate Thiele, Jugendhilfe in Lichtenberg gGmbH
  • Angelika Ingendorf, Kinder- und Jugendhilfeverbund gGmbH Berlin-Brandenburg
  • Simone Nickel, Kita Märcheninsel der AWO, Kreisverband Süd-Ost e.V.
  • Dr. Bernhard Klockgether, AHB Lichtenberg gGmbH

Moderation: Michael Grunst, Mitglied der BVV Lichtenberg und Vorstand des kommunalpoltischen forums e.V..

 

Die Veranstaltung findet statt
am 12.9.2007 17.00 - 20.00 Uhr
im Abgeordnetenhaus von Berlin (Raum 3114)
Niederkirchnerstraße 5, 10111 Berlin

Wir würden uns freuen, wenn Sie unserer Einladung folgen würden. Wir bitten Sie um Rückmeldung bis zum 10. September 2007. Die Teilnahmegebühr für die Veranstaltung beträgt 5,- Euro und ist vor Ort zu entrichten. Sie schließt eine Versorgung mit Getränken ein.

Bei weiteren Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an unsere Geschäftsstelle (Tel.: 030-26 30 52 60 oder 0177-811 19 62) oder E-Mail: kommunalpolitisches.forum@berlin.de).

 
 

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